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Leistungsprüfung Rind am Standort Groß Kreutz

Tätigkeitsbereiche > Leistungsprüfung > Rind

Eigenleistungsprüfung

In der LVAT werden verschiedene Verfahren der Leistungsprüfung gemäß der „Verordnung über die Leistungsprüfung und Zuchtwertfeststellung bei Rindern“ durchgeführt. Es erfolgen sowohl die Nachkommenschafts-, Herkunfts- und die Eigenleistungsprüfung in Station für männliche Nachkommen von Fleischrind- und Zweinutzungsrassen und aus der Kreuzungszucht. Die Vorteile der Stationsprüfung liegen in der Einheitlichkeit der Prüfumwelt, die in Bezug auf Haltung und Fütterung der allgemeinen Mastpraxis entspricht.

Nachkommensprüfung

Ziel der Nachkommenschaftsprüfung ist die Ermittlung des Zuchtwertes von Vatertieren als Ausdruck ihrer Leistungsvererbung anhand der Mast- und Schlachtleistungen der Nachkommen unter intensiven Mastbedingungen. Dazu werden mindestens 10 männliche Nachkommen eines Vatertieres aus 1 oder mehreren Betrieben der Prüfung unterzogen. Diese Prüfung erfolgt für männliche Nachkommen von Zweinutzungsrassen und aus der Anpaarung von Fleischrindbullen an Milchrinder sowie für Nachkommen aus der Reinzucht von Fleischrassen aus der Mutterkuhhaltung.

Körung

Die Prüfung von Herkunftsgruppen aus der Mutterkuhhaltung dient der Feststellung der Mast- und Schlachtleistung von Fleischrindern verschiedener Rassen und Kreuzungsvarianten. Die Auswertung erfolgt nach betrieblicher und genotypischer Herkunft. Dadurch erhalten die Betriebe Informationen über das spätere Leistungsvermögen ihrer Absetzkälber unter intensiven Mastbedingungen. Des Weiteren lassen sich Empfehlungen ableiten, welche Vaterrassen an die vorhandene Muttergrundlage angepaart werden sollte, um die Qualität der produzierten Absetzer zu verbessern.

Quarantänestall

Die Prüfungen erfolgen in Abstimmung mit mutterkuhhaltenden Betrieben, Mastbetrieben, Rindfleischerzeugergemeinschaften und Zuchtverbänden.

  • Beide Prüfverfahren werden nach gleichem Prüfregime, als zeitabhängige Mastprüfung vom 240. -500. Lebenstag durchgeführt (Einstallalter: 6,0 – 7,5 Monate).
  • Bei den männlichen Nachkommen von Zweinutzungsrassen oder aus der Anpaarung von Fleischrindbullen an Milchrinder, die bereits als Tränkkälber eingestallt werden (Einstallalter: 14 – 85 Tagen), erstreckt sich der Prüfzeitraum vom 112. – 500. Lebenstag.
  • Die Fütterung erfolgt einheitlich mit einer TMR auf Maissilagebasis zur freien Aufnahme. Täglich werden zusätzlich 2,0 kg eines standardisierten Mastleistungsfutters je Tier über Kraftfutterautomaten verabreicht.
  • Die Tiere werden in Gruppen zu je 12 Tieren auf Vollspaltenboden gehalten.
  • Die Bullen wiegen zum Zeitpunkt der Schlachtung etwa 650-700 kg. Die Schlachtung erfolgt auf einem kommerziellen Schlachthof im Abstand von ca. 2 Wochen. Das erfordert eine Korrektur der Ergebnisse der Mast- und Schlachtleistung auf das einheitliche Prüfende am 500. Lebenstag.

Erfasste Merkmale:

  • Lebendmasse bei Prüfbeginn und Prüfende
  • Prüftagszunahme
  • Lebenstagszunahme
  • Nährstoffaufwand aus Kraftfutter je kg Zuwachs
  • Benotung der Bemuskelung von Keule, Rücken, Schulter am Prüfende
  • Benotung von Typ und Skelett am Prüfende
  • Schlachtkörpermasse
  • Nettotageszunahme
  • Fleischanteil und Fleischmenge
  • Handelsklasseneinstufung
  • Fleischklasse (EUROP)
  • Fettklasse (1-5)

Seit Juni 2005 wird in der Prüfstation der Lehr- und Versuchsanstalt Groß Kreutz neben der Nachkommen- und Herkunftsprüfung auf Mast- und Schlachtleistung auch eine stationäre Eigenleistungsprüfung für zukünftige Fleischrind-Zuchtbullen durchgeführt.

  • Sie dient dazu, die Fleischleistung der Tiere anhand der ermittelten Prüftags- und Lebenstagszunahmen und der Bemuskelung zu bewerten.
  • Das hohe Engagement Brandenburger Fleischrindzüchter bei der Umsetzung züchterischer Maßnahmen spiegelt sich in der großen Resonanz auf das neue Angebot der Prüfstation wieder.
  • Durch einheitliche Haltungs- und Fütterungsbedingungen wird die Aussagesicherheit und Vergleichbarkeit der Ergebnisse im Vergleich zur Feldprüfung verbessert. Eine Verrechnung der Daten für die Zuchtwertschätzung auf Fleischleistung erfolgt im VIT Verden.
  • Die Auswahl der einzustallenden und zu prüfenden Bullen erfolgt über die Abteilung Fleischrind des Rinderzuchtverbandes Berlin-Brandenburg (RBB), wobei die Vielfalt der Rassen groß ist (Angus, Blonde d`Aquitaine, Charolais, Fleckvieh, Hereford, Limousin, Salers, Uckermärker)
  • Das Einstallungsalter der Tiere des ersten Jahrganges lag zwischen 172 und 212 Tagen. Nach einer 28-tägigen Quarantäne beginnt die Prüfung zwischen dem 200. und 240. Lebenstag und dauert 155 Tage.
  • Die Bullen bleiben im Besitz der Züchter.
  • Im Prüfstall werden die Bullen in Gruppenbuchten mit maximal 8 Tieren auf Vollspaltenboden mit Gummimatten gehalten. Die Ausgestaltung der Buchten mit Gummimatten hat sich als vorteilhaft für die Schonung der Gelenke erwiesen.
  • Gefüttert wird eine TMR auf Maissilagebasis. Ein Drittel der Kraftfuttermenge wird über computergesteuerte Kraftfutterautomaten zur besseren Tierkontrolle verabreicht.
  • Die Gewichtserfassung erfolgt monatlich und wird den Betrieben nach jeder Wägung auf einem Wägeprotokoll mitgeteilt. Dadurch können sie die Entwicklung ihrer Tiere schon während der Prüfung verfolgen.
  • Für die Stationsprüfung spricht auch die Möglichkeit der Erfassung zusätzlicher Fleischleistungsmerkmale. Mit einer Ultraschallmessung zu Prüfbeginn und Prüfende werden die Fläche und die Fettdicke am musculus longissimus dorsi erfasst.
  • Am Ende der Prüfung werden die Bullen freilaufend im Ring zur Körung vorgestellt, bei der Noten für die Merkmale Typ, Bemuskelung und Skelett vergeben werden. Die Körkommission besteht aus Mitarbeitern der Abteilung Fleischrind der Rinderproduktion Berlin-Brandenburg GmbH und einem Züchter. Durch den ständigen Kontakt zum Betreuungspersonal sind die Tiere ruhig und umgänglich.
  • Danach erfolgt der Abtransport der Bullen zurück zum Züchter bzw. bei direktem Verkauf ab Station zum Käuferbetrieb.

Die Ergebnisse der Leistungsprüfungen erscheinen jährlich im Jahresbericht und Tierzuchtreport (Herausgeber: Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz sowie das Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung).

Online finden Sie die Ergebnisse unter www.mluv.brandenburg.de/info/tierzucht und auch auf der Homepage des Rinderzuchtverbandes Berlin-Brandenburg (RBB) veröffentlicht und fortlaufend aktualisiert.

Ansprechpartner:

Frau Ulrike Drews
Tel. 033207 – 530 42
Fax. 033207 – 530 21
E-Mail: ulrike.drewslvlf.brandenburg.de